Trockene Augen

Das trockene Auge ist eine sehr häufige und oft unterschätzte Augenerkrankung mit unterschiedlichen Ursachen. Schätzungsweise leiden weltweit 5-40 Prozent aller Personen über 40 an trockenen Augen. Eine zeitnahe und gründliche Abklärung der Erkrankung ist für die Therapieplanung, Prognose, und Vorbeugung von Spätkomplikationen entscheidend.

Krankheitsentstehung

Entzündliche Veränderungen der Augenoberfläche und der Tränendrüse spielen bei der Krankheitsentstehung eine zentrale Rolle. Diese führen zu einer verminderten Produktion oder gestörten Zusammensetzung des Tränenfilms. Entzündliche Zellschädigungen der Binde- und Hornhaut sind die Folge, die sich als sogenannte Keratokonjunktivitis sicca manifestieren.

Ursachen

Sehr häufig geht das trockene Auge mit Veränderungen der Lidränder und Lidranddrüsen einher. Seltener tritt es als Folge von Grunderkrankungen oder von medikamentösen Nebenwirkungen auf. Zunehmendes Alter, hormonelle Faktoren, Kontaktlinsen, ungünstige Umwelteinflüsse, Ernährung und Bildschirmtätigkeit sind weitere Risikofaktoren. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Symptome

Die Beschwerden des trockenen Auges sind sehr vielfältig und können bei schwerer Ausprägung und chronischem Verlauf zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Typische Symptome sind brennende und stechende Schmerzen, Druck-, Kratz- und Fremdkörpergefühl, Juckreiz, Augenrötungen, vermehrte Schleimsekretion und verklebte Augen, Schwankungen der Sehschärfe und Schleiersehen sowie Tränen.

Diagnostik

Für die Ursachenabklärung und Stadieneinteilung der Erkrankung stehen heute verschiedene diagnostische Mittel zur Verfügung. An der Spaltlampe wird die Augenoberfläche unter Anfärbung mit speziellen Farbstoffen untersucht. Tränenvolumen- und Tränenfunktionstests geben Aufschluss über die Ursache des trockenen Auges. Eine moderne Diagnostik ermöglicht laborchemische Analysen der Tränenzusammensetzung. Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren können Tränenfilmdynamik und Beschaffenheit der Augenoberflächenstrukturen dargestellt werden.

Therapie

Die Behandlung des trockenen Auges muss individuell angepasst werden. Sie richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung. Grundpfeiler der Therapie sind künstliche Tränenersatzmittel. Oft sind zusätzlich entzündungshemmende Medikamente notwendig. In schweren Fällen können unter anderem Eigenserumtropfen oder spezielle Kontaktlinsen angewandt werden. Bei Lidrandrandentzündungen müssen die Lider mitbehandelt werden, primär in Form einer regelmässigen Lidrandpflege mit heissen Kompressen und Massage der Talgdrüsen. In schwereren Fällen kommen auch Antibiotika und neuere Behandlungsalternativen wie beispielsweise die Lichtimpulstherapie zur Anwendung.

 

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