Der Grüne Star – Glaukom

Das Glaukom, auch Grüner Star genannt, ist eine fortschreitende Schädigung des Sehnervs. Und dieser hat eine wichtige Funktion: Er besteht aus mehr als einer Million Nervenfasern und stellt die Verbindung zwischen Auge und Gehirn dar. Sehinformationen fliessen vom Auge via Sehnerv zum Gehirn, wo sie verarbeitet werden.

Durch den Niedergang der Nervenfasern im Sehnerv kommt es ohne Behandlung zu fortschreitenden Gesichtsfeldausfällen und im schlimmsten Fall zur Erblindung.

Eine der häufigsten Ursachen und somit der wichtigste Risikofaktor ist ein erhöhter Augeninnendruck. Es gibt jedoch auch Formen von Glaukomen, bei denen es trotz normalen Augeninnendruckwerten zu einem stetigen Abbau der Sehnervenfasern kommt.

Die Symptome – Früherkennung ist entscheidend

Normalerweise ist das Glaukom völlig asymptomatisch, das bedeutet, der Patient merkt nichts davon. Aus diesem Grund sind regelmässige Vorsorgeuntersuchungen wichtig.

Meist werden die Gesichtsfeldausfälle erst bei einem sehr fortgeschrittenen Schaden am Sehnerv bemerkt. Bestehende Ausfälle können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Erfolgt keine Behandlung, kann sich das Gesichtsfeld immer mehr einschränken – bis hin zur kompletten Erblindung.

Wird das Glaukom früh erkannt und eine entsprechende Therapie begonnen, kann das Fortschreiten der Erkrankung meist aufgehalten werden, so dass es erst gar nicht zu Beschwerden oder gar Blindheit kommt.

Ursachen

Der erhöhte Augeninnendruck ist der grösste Risikofaktor. Von einem erhöhten Augendruck spricht man ab einem Wert von über 22 mmHG. Es gibt aber auch Glaukome ohne erhöhten Augeninnendruck. Weitere Risikofaktoren sind:

  • Glaukom in der Familie (genetisch)
  • Starke Kurz- oder Weitsichtigkeit
  • Schwere Augenverletzungen
  • Entzündungen im Auge

Gehört man zu einer Risikogruppe oder ist älter als 40 Jahre, sind häufigere Kontrollen zu empfehlen und individuell durch den Augenarzt festzulegen.

Diagnostik, Verlaufskontrolle und Behandlung

Diagnostik und Verlaufskontrolle

Langsam und oft unbemerkt zerstört das Glaukom den Sehnerv. Erfolgt keine frühzeitige Diagnostik und keine Verlaufskontrolle können die Folgen gravierend sein – bis hin zur Erblindung. Zur Abklärung und zur Verlaufskontrolle eines Glaukoms sind folgende Massnahmen notwendig:

  • Druckmessung durch einen Augenarzt zu verschiedenen Tageszeiten – eine unpräzisere „Luftdruckmessung“ reicht nicht aus
  • Beurteilung des Sehnervenkopfes
  • Gesichtsfelduntersuchung
  • Beurteilung des Kammerwinkels

Therapie

Eine Heilung des Glaukoms ist nicht möglich. Aber es gibt mittlerweile eine Vielzahl von unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten, um das Fortschreiten der Erkrankung zu stoppen oder zu verlangsamen. Behandelt werden kann die Krankheit mit drucksenkenden Augentropfen, Lasereingriffen oder chirurgischen Eingriffen. Ziel aller Massnahmen ist die Senkung des Augeninnendrucks.

Generelle Überwachung des Glaukoms

Da man als Patient das Glaukom selbst nicht einschätzen oder spüren kann, sind regelmässige Untersuchungen bei einem Augenarzt zwingend erforderlich. Wie häufig diese Kontrollen notwendig sind, entscheidet der Augenarzt. Meist liegt das Intervall bei einigen Monaten. Wichtig bei den regelmässigen Kontrollen ist, dass nicht nur der Augeninnendruck gemessen wird, sondern auch alle weiteren entscheidenden Parameter beurteilt werden.

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Dr. med. Theo Signer

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Facharzt Ophthalmologie FMH,
spez. Ophthalmochirurgie

 Dr. med. Florian Weisskopf

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Dr. med. Cengiz Türksever

Dr. med. Cengiz Türksever

Assistenzarzt in Ausbildung zum Facharzt Ophthalmologie
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