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Hornhauterkrankungen

Die Hornhaut – oder Cornea – ist die vorderste Schicht des Auges, sozusagen die «Windschutzscheibe». Sie schützt gegen das Eindringen von Keimen und erbringt circa zwei Drittel der Gesamtbrechkraft des Auges. Insgesamt besteht die Hornhaut aus fünf verschiedenen Schichten. Jede Störung einer Schicht kann zu einer Beeinträchtigung des Sehens führen. Je nachdem, welche Schicht betroffen ist, erfährt der Patient Schmerzen, verzogene Bilder, verschwommenes Sehen oder Lichtempfindlichkeit.

Bei der Behandlung wird grundsätzlich versucht, nicht die gesamte Hornhaut, sondern nur die erkrankte Schicht zu therapieren. Neben medikamentösen Therapien kommen je nach Erkrankung auch chirurgische Eingriffe oder verschiedene Laserbehandlungen zum Einsatz. Im Extremfall kann auch eine Hornhauttransplantation notwendig sein.

Detaillierte Informationen zu einzelnen Hornhauterkrankungen finden Sie im Vistapedia:

Fuchs-Endotheldystrophie →
Keratokonus →
Pterygium →
Map-Dot-Fingerprint-Dystrophie →
Keratitis →

Fragen und Antworten

Welche Funktion hat die Augenhornhaut?

Die Hornhaut ist extrem wichtig, denn sie schützt vor Entzündungen, indem sie das Eindringen schädlicher Bakterien und Keime verhindert. Zudem bricht sie einen Grossteil des Lichts für scharfes Sehen.

Können Kontaktlinsen die Hornhaut verletzen?

Grundsätzlich sind Kontaktlinsen bei richtiger Handhabung und dem Einhalten aller Hygieneregeln – also das gründliche Reinigen, das regelmässige Austauschen und das nicht zu lange Tragen der Linsen – nicht schädlich für unsere Augen. Werden diese nicht eingehalten, können sich Bakterien oder andere Keime vermehren und Entzündungen auslösen.

Verletzungen der Hornhaut kann es dann geben, wenn Partikel unter die Kontaktlinse rutschen und dort an der Augenoberfläche reiben. Sie sind jedoch meist sehr oberflächlich und heilen von alleine wieder ab.

Mehr Informationen finden Sie im Artikel «Schaden Kontaktlinsen den Augen?» im Magazin «Einblick».

Wie gehe ich vor, wenn ich mir eine Verletzung der Hornhaut zugezogen habe?

Das ist von der Schwere der Verletzung abhängig. Kleine, oberflächliche Kratzer, beispielsweise wenn eine Mücke oder ein Sandkorn ins Auge geraten ist, heilen nach Entfernen des Fremdkörpers meist von selbst wieder. Wenn es Ihnen nicht gelingt, den Fremdkörper alleine zu entfernen, ist auch bei vermeintlich harmlosen Verletzungen ein Besuch beim Augenarzt angesagt.

Grössere Verletzungen, bei denen das Auge stark gerötet ist oder sogar blutet, sind ein Notfall. Suchen Sie umgehend einen Augenarzt auf.

Informationen zum Thema Erste-Hilfe für das Auge finden Sie hier im Artikel «Ups – das ging ins Auge!» im Magazin «Einblick».

Führt ein Schaden an der Hornhaut zu Sehstörungen?

Eine intakte Hornhaut ist nicht nur zum Schutz vor Keimen wichtig. Die Hornhaut ist zu einem grossen Teil für das Brechen des Lichts verantwortlich, das in unser Auge fällt und dort ein Bild entstehen lässt. Ist die Hornhaut nicht schön rund gewölbt, sondern unregelmässig oder verkrümmt, beeinflusst das die Lichtbrechung. Das beeinträchtigt die Sehschärfe und führt zu verschwommener Sicht – je nach Krümmung kann die Sicht so schlecht sein, dass eine Erblindung vorliegt.

Auch eine erkrankte Hornhaut kann die Sicht beeinflussen, besonders wenn sich Narben oder Trübungen bilden. Oberflächliche Schädigungen und leichte Infektionen heilen meist ab, ohne dass eine Narbe entsteht. Bei grösseren Schäden oder schweren Infektionen ist es möglich, dass Narbengewebe zurückbleibt. Trübt sich die Narbe ein, kann sie, je nach Platzierung, das Sehvermögen beeinträchtigen oder zu Blindheit führen. Störende Narben können jedoch behandelt werden.

Weitere Informationen zu Narben der Hornhaut finden Sie im Artikel «Warum Narben blind machen» im Magazin «Einblick».

Was ist Fuchs-Endotheldystrophie?

Diese Erkrankung betrifft die innerste Schicht der Augenhornhaut. Die dort normalerweise zahlreich vorhandenen Endothelzellen nehmen ab – altersbedingt oder nach Operationen. Dadurch kann die Flüssigkeit, die in die Hornhaut gelangt, nicht mehr abtransportiert werden. Die Hornhaut wird dicker und trübt ein. Dadurch sieht der Patient verschwommen, vor allem nach dem Aufstehen oder in den frühen Morgenstunden. Im Laufe des Tages tritt oft eine Besserung ein.

In frühen Stadien kann die Hornhauterkrankung durch Medikamente therapiert werden. Mittelfristig muss mit einer chirurgischen Therapie – der Endotheltransplantation – gerechnet werden.

Was ist ein Flügelfell?

Das Pterygium oder Flügelfell ist eine der häufigsten Hornhauterkrankungen. Dabei stoppt die Bindehaut nicht an der Grenze zur Hornhaut, sondern wächst auf die Hornhaut vor. Dadurch kommt es zu einer Abflachung der Hornhaut. Die veränderte Form beeinflusst auch das Sehen.

Wenn das Pterygium in späteren Stadien in die Sehachse wächst, verschlechtert sich das Sehvermögen. Der Hauptgrund für diese Veränderung ist ein Schaden durch Sonnenlicht – speziell durch UV-Strahlung. Deshalb kommt diese Erkrankung vermehrt in Ländern vor, die nahe am Äquator liegen – dem sogenannten Pterygiumgürtel. Die Therapie ist vorwiegend chirurgisch.

Was ist Crosslinking?

Beim Keratokonus besteht eine angeborene Veränderung des Stromagewebes, der mittleren und dicksten Schicht der Hornhaut. Das Gewebe ist insgesamt geschwächt, weshalb es zum Beispiel durch Reiben, Unfall, Laserbehandlung oder auch spontan dazu kommen kann, dass die erkrankte Hornhaut dünner wird. Dadurch wird sie instabil und es entsteht eine kegelförmige Vorwölbung. Diese unregelmässige Hornhautverkrümmung kann insbesondere bei einer schweren Form nicht mit einer Brille korrigiert werden. Es stehen unterschiedliche Behandlungen und Operationen gegen Keratokonus zur Verfügung, um die Hornhaut zu stabilisieren und die Sehstärke zu verbessern.

Eine Methode, um die geschwächte Hornhaut schonend zu stabilisieren, ist das Corneal Crosslinking (CXL). Die Behandlung bewirkt, dass ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert wird. Dies geschieht mittels lokal angebrachter UV-Strahlen und spezieller Vitamin-B-Tropfen. Das betroffene Auge lässt sich durch die medizinische Behandlung in praktisch allen Fällen stabilisieren, sodass eine Hornhauttransplantation in den häufigsten Fällen verhindert werden kann.

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Dr. med. Thomas M. Müller

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