Wie sehen Insekten Farben?

Die Welt durch Bienenaugen

Wie finden Bienen genau die Blumen, die besonders viel Nektar und Pollen für sie bereithalten? Wählen sie etwa die Pflanzen mit der auffälligsten Blütenpracht? Nicht nur Bienen haben eine besondere Art Farben zu sehen – auch andere Insekten haben Fähigkeiten, die sie von unserem menschlichen Sehvermögen unterscheiden. Welche das genau sind, haben wir hier zusammengetragen.

Bienen sitzen auf gelben und violetten Blumen und sammeln Nektar.

Eine bunte Blumenwiese, überall schwirrt und summt es. Aber bei einigen Pflanzen tummeln sich viel mehr Bienen als bei anderen. Wie können diese kleinen Insekten ihre Lieblingsblumen wahrnehmen?

Kein Rot, dafür UV-Licht

Dass Insekten die Welt anders sehen als wir Menschen, steht ausser Frage. Bienen können beispielsweise die Farbe Rot nicht erkennen. Das liegt an den Absorptionsmaxima der drei unterschiedlichen Farbrezeptoren Blau, Grün und Gelb. Diese Maxima unterscheidet sich beim Menschen und bei Insekten.

Bienen haben andere Absorptionsmaxima der drei unterschiedlichen Farbrezeptoren Blau, Grün und Gelb. Die maximale Empfindlichkeit beginnt bei ihnen im UV-Licht-Bereich und reicht bis zur Farbe Grün. Eine Biene kann also kein Rot erkennen, dafür aber UV-Licht!

Die Empfindlichkeit des letzten Bereichs, also der Farbe Gelb, reicht dabei bei uns Menschen bis in den roten Bereich. Deshalb können wir die Farbe Rot wahrnehmen. Bei einer Biene beginnt die maximale Empfindlichkeit im UV-Licht-Bereich und reicht bis zur Farbe Grün. Eine Biene kann also kein Rot erkennen, dafür aber UV-Licht! Ein für uns rot-bedecktes Mohnblütenfeld ist aus Bienenaugen komplett schwarz.

Die Pflanzen, die besonders auffällige Blüten für die Bienen haben, werden am liebsten bestäubt. Besonders beliebt bei Bienen sind stark UV-absorbierende Blüten vor einem Blattgrün, da dies das UV-Licht reflektiert. So sind zum Beispiel weisse Gänseblümchen und Schneeglöckchen gut sichtbar für die Insekten, da sich die Blüten gut vom Hintergrund abheben.

Viele von den Pflanzen, die für unser menschliches Auge eher unscheinbar aussehen, sind bei den Bienen hoch im Kurs. Das liegt daran, dass manche Blüten UV-Muster aufweisen, die für uns natürlich nicht zu erkennen sind. Diese Muster dienen der Biene als Orientierung bei der Landung und beim Finden der Blütenöffnung. So zum Beispiel bei den Margeriten, den Weisskopfmimosen und den Buschwindröschen.

Nicht zwei, sondern 6’000 Augen

Aber nicht nur das Farbensehen unterscheidet unser Auge von dem Auge einer Biene oder anderen Insekten. Ihre sogenannten Facettenaugen bestehen aus 6’000 einzelnen Augen. Das hat zur Folge, dass Bienen Objekte gerastert wie ein Pixelbild wahrnehmen. Sie sehen also nicht wie wir ein einziges scharfes Bild. Die Augen der Bienen sind aber klar im Vorteil, wenn es darum geht, Bewegungen wahrzunehmen. Das ist besonders wichtig, da sie mit einer Fluggeschwindigkeit von bis zu 30 km/h immer noch gut erkennen müssen, welche Blüten sie anfliegen sollen.

Jedem Tierchen seine Lieblingsfarbe

Nicht nur Bienen sind für die Bestäubung von Pflanzen zuständig. In den Tropen wird diese wichtige Aufgabe auch von Vögeln übernommen, die die Farbe Rot sehen können. Bei uns gibt es auch einige Tagfalterarten, die zumindest ein bisschen rot erkennen können und somit auch von purpurroten und schwarz-roten Blüten angelockt werden. Nachtfalter fliegen vor allem auf weisse oder grünlich-weisse Blüten, da sie diese auch in der Dunkelheit erkennen können.

Eine für uns langweilig aussehende Blüte kann für die Augen einer Biene hochinteressant sein – für sie ist sie nämlich übersäht von ultravioletten Mustern.

Manchmal wundern wir uns doch: Die für uns so prächtig erscheinenden Blütenpflanzen werden von Insekten kaum beachtet. Jetzt wissen wir, warum das so ist. Durch die Augen einer Biene erscheint eine langweilig aussehende Blüte auf einmal hochinteressant – für sie ist sie nämlich übersäht von ultravioletten Mustern.

Katja Hackmann

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