Warum niesen manche, wenn sie in die Sonne schauen?

Sind Sie ein Sonnennieser?

Sonnengeniesser sind wir doch alle irgendwie – Sonnennieser dagegen nur ein Viertel der Menschheit. Immer dann, wenn sie in die Sonne schauen oder es besonders hell ist, beginnt es in der Nase zu kitzeln und es folgt das reflexartige „Haaatschi“.
Junges Pärchen im Auto bei Sonnenuntergang
Eine tiefstehende Sonne sorgt im Strassenverkehr oft genug für Unfälle und schlechte Sicht. Umso bedrohlicher die Gewissheit, dass jeder vierte Fahrer in diesen Momenten dann auch noch reflexartig niesen muss. In der Fachsprache bezeichnet man das auch als photischer Niesreflex, da helles Licht dabei eine entscheidende Rolle spielt. Die medizinische Erklärung für dieses Phänomen liegt dagegen noch weitestgehend im Dunkeln.

Niesen ist Nervensache

Statt des üblichen Reizes in der Nasenschleimhaut, vermutet man bei Sonnenniesern aber noch eine andere Ursache, nämlich beim Trigeminusnerv, auch als Drillingsnerv bekannt. Sein Name rührt von den drei Nervensträngen, in die er sich aufspaltet: Einer der Äste führt in den Unterkiefer, ein anderer in den Oberkiefer und der dritte schliesslich zum Augapfel.

So sind es zunächst die Nerven in den Augen, die bei starkem Lichteinfall gereizt werden, wenn sich die Pupille im Auge kräftig zusammenzieht, um den Lichteinfall zu regulieren. Bei Sonnenniesern – so wird bis heute vermutet – sollen die beiden Nervenstränge des Trigeminusnervs, die zum Augapfel respektive in den Oberkiefer führen, besonders nah beieinander liegen. Dabei ist der Oberkieferstrang massgeblich am komplexen Niesprozess beteiligt. Ein starker Lichteinfall könnte also dazu führen, dass der Nervenast, der zum Auge führt, so sehr stimuliert wird, dass das Signal auch auf den nebenan verlaufenden Ast überspringt und so schliesslich in einem Niesen gipfelt.

Es wird vermutet, dass bei Sonnenniesern die Nervenstränge des Trigeminusnervs so nah beieinander liegen, dass das Signal vom einen zum anderen überspringen kann.

Niesreiz im Kampf ums Überleben?

Eine andere Hypothese vermutet eine parasympathische Reaktion. Der Parasympathikus mit seiner Schaltzentrale im Hirnstamm weckt in Stresssituationen normalerweise den Kampf- oder Fluchtreflex. Ausserdem ist er mit dem inneren Augenmuskel, den Tränen- und Speicheldüsen verbunden und damit auch für die Kontraktion der Pupillen zuständig. Tränen bei hellem, gleissenden Licht die Augen, gilt das als parasympathische Reaktion. Wenn diese besonders stark ausgeprägt ist, kann es dazu kommen, dass die Nasenschleimhaut mit involviert ist und ein Niesreiz entsteht. Es wird ausserdem vermutet, dass ein Zusammenhang zwischen Sonnenniesern und für Allergien anfälligen Personen besteht.

Mann umgeben von Staub in der Luft niest in die Hände.

Das Nieser-Gen?

Die Gensequenzen von Betroffenen näher beleuchtet, haben US-amerikanische Forscher. Demnach wird angenommen, dass es  zwei Genvarianten gibt, die darüber entscheiden, ob man ein Licht-Nieser ist. Zudem soll dieses Phänomen autosomal-dominant vererbt werden: Das bedeutet, es wird von Generation zu Generation weitervererbt, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle. Bewiesen werden konnte jedoch auch diese Hypothese bisher nicht.

Ein evolutionärer Sinn ist hinter dem photischen Niesreiz nicht erkennbar. Dass der Licht-Nies-Reflex bis heute nicht besser erforscht ist, liegt ausserdem daran, dass er völlig ungefährlich ist – zumindest für den grössten Teil der Bevölkerung. Lediglich Kampfsportpiloten oder Luftakrobaten sollten vor Beginn ihrer Ausbildung besser erstmal einen Blick ins helle Licht riskieren.

Warum niesen wir?

Beim normalen Niesreiz reagiert die Nasenschleimhaus auf Fremdkörper – mit dem reflexartigen Ausstossen von Luft wird der Fremdkörper aus der Nase raus katapultiert und kannn so nicht weiter eindringen.
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