Ist Kerzenlicht schlecht für die Augen? – Einblick Magazin

Ist Kerzenlicht schlecht für die Augen?

Lesen bei Kerzenlicht – ist das schädlich für unsere Augen?

Je kürzer die Tage, desto mehr Kerzen flackern. Im bequemen Sessel mit einer warmen Tasse Tee bei schummrig romantischem Kerzenlicht ein Buch lesen – was gibt es Entspannenderes? Doch oft bleiben ein kleines Unbehagen und die Frage: Ist das Kerzenlicht vielleicht schlecht für die Augen? Höchste Zeit für eine Klarstellung.

Augenbereich einer Frau mit blauem Auge, umgeben von buntem Farbpuder.
Eine Warnung gleich vorweg – die aber für jede Lichtquelle gilt, nicht nur für Kerzen: Schauen Sie nicht zu lange direkt hinein. Denn blicken Sie zu lange direkt in Kerzenlicht, kann es zu temporären Störungen kommen. Es entstehen «Nachbilder», die auch nach dem In-die-Kerze-Blicken noch die Sicht stören. Besser ist es, Sie geniessen das Kerzenlicht als launisch tanzende Schatten oder aus dem Augenwinkel.

Was sagen die Physik und die Medizin?

Kerzenlicht hat einen hohen Rotanteil. Licht mit hohem Rotanteil fühlt sich subjektiv warm und heimelig an, während Licht mit viel Blauanteil als kalt empfunden wird. Das Licht von PC, Handy und Fernseher zum Beispiel hat einen hohen Blauanteil. Der hohe Blaulichtanteil des Bildschirms reduziert die Melatonin-Ausschüttung. Dadurch fällt es uns schwerer, einzuschlafen.

Kerzenlicht macht schläfrig

Vor dem Zubettgehen sollten Sie also auf Bildschirmzeit verzichten. Statt fernzusehen, können Sie ja abends im dunklen Zimmer sitzen und eine Kerze brennen lassen. Wetten, dass Sie von ganz allein schläfrig werden? Aber bitte nicht vergessen, die Kerze vor dem Einkuscheln ins warme Bett wieder auszublasen …

Der Rotanteil des Kerzenlichts macht uns müde. Der hohe Blaulichtanteil von  Bildschirmen hingegen kann uns am Einschlafen hindern.

Ist Kerzenlicht wirklich schlecht für die Augen?

«Lies nicht bei Kerzenlicht, das schadet deinen Augen!» Wir alle kennen diese Warnung. Das Gute: Es gibt keine Beweise, dass sie stimmt. Was hingegen bestimmt wahr ist: Aus verschiedenen Gründen führt Lesen im Kerzenlicht zu Ermüdungserscheinungen des Auges und schlimmstenfalls zu Kopfschmerzen.

Problemfaktor Sehpurpur

Besonders beansprucht beim Lesen im Kerzenlicht werden die lichtempfindlichen Stäbchen. Sie sind fürs Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich und benötigen den Farbstoff Rhodopsin, auch Sehpurpur genannt. Wenn Sie in schwachem Kerzenlicht lesen, nimmt der Abbau des Sehpurpurs zu. Das braucht Ihnen jedoch keine Sorgen zu machen, die Sehpurpur-Vorräte werden beim Schlafen wieder «aufgefüllt».

Kleiner Tipp

Machen Sie deshalb beim Lesen im Kerzenlicht öfter mal eine Pause. Um den Augen etwas Abwechslung zu geben, fixieren Sie zwischendurch die gegenüberliegende Ecke des Wohnzimmers oder etwas anderes, das ein paar Meter entfernt ist. Wechseln Sie dann zurück auf den Nahbereich. Nun können Sie Ihre Augen wieder einen Moment lang entspannt lesen lassen!

Gregor Szyndler

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