Augeninfarkt - wenn die Netzhaut nicht mehr versorgt wird

Augeninfarkt

Wenn die Netzhaut nicht mehr versorgt wird

Herzinfarkte sind im Volksmund bekannt. Doch was passiert, wenn nicht das Herz, sondern das Auge von einem Infarkt betroffen ist? Wir klären auf, was die Ursachen eines Augeninfarkts oder Sehsturzes sein können und wie dieser schnell genug zu erkennen ist.
Mann, um die Dreissig, hat den Kopf leicht gesenkt, die Augen zusammengekniffen und fasst sich mit den Fingern auf den Nasenrücken.

Bei einem Augeninfarkt ist die Ursache im Grunde die gleiche wie bei einem Herzinfarkt – eine Durchblutungsstörung. Im Falle des Auges ist es die Netzhaut, die nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. Als Folge kann es zu Gefässverschlüssen kommen und in einem Sehsturz oder eben Augeninfarkt enden.

Wie kommt es zu einer Durchblutungsstörung?

Eine Durchblutungsstörung der Netzhaut entsteht nicht von heute auf morgen. Meist sind die Ursachen Ablagerungen an den Gefässen, sogenannte Artherosklerose, die sich über die Zeit bilden und somit verhindern, dass das Blut problemlos fliessen kann. Kleine Beschädigungen in der Gefässwand sorgen dafür, dass sich Fett und Kalk ablagern.

3D-Illustrtion eines Blutgefässes. Ablagerungen, in gelb dargestellt, verengen bzw. verschliessen das Blutgefäss komplett. Die roten Blutkörperchen können nicht mehr durchfliessen.

Eine andere Ursache kann ein Blutgerinnsel sein, das die Blutgefässe wie einen Korken abdichtet. Dieses Blutgerinnsel muss sich nicht unbedingt direkt am Auge befinden, sondern kann sich auch an einer anderen Stelle im Körper bilden. Über die Blutbahn gelangt es dann bis zum Auge, wo es sich in den feinen Gefässen festsetzt.

Die Durchblutung ist an der Netzhaut gestört – die Netzhautzellen werden nicht mehr mit ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das hat zur Folge, dass bestimmte Abbauprodukte des Stoffwechsels nicht mehr abtransportiert werden und so die Zellen absterben. Durch dieses Absterben der Zellen werden das Netzhautgewebe und die Blutgefässe beschädigt und es kann zu Blutungen kommen. Auch wenn der Körper versucht, neue Zellen und Gefässe nachzubilden, weisen diese nicht dieselbe Stabilität auf wie die ursprünglichen Zellen. Das heisst, dass diese neuen Zellen anfälliger sind und es schnell zu neuen Blutungen kommen kann. Eine Regeneration der Netzhautzellen ist bis jetzt nicht möglich, auch wenn die Forschung auf einem vielversprechenden Weg ist.

Was sind die Symptome eines Augenifarkts?

Häufig treten die Symptome eines Infarkts im Auge nur einseitig auf. Viele Betroffene berichten von einem Schleier vor den Augen und einer generell verschwommenen Sicht. In anderen Fällen kann auch ein eingeschränktes Sichtfeld ein Hinweis auf einen Augeninfarkt sein. Hinzukommt, dass viele Patienten von einem wenige Sekunden bis zu einer Minute andauernden Zustand der Erblindung berichten, der mit einer andauernden Verschlechterung der Sehschärfe einhergeht. In seltenen Fällen kann es auch zu einem dauerhaften Verlust des Sehvermögens kommen.

Ein Augeninfarkt geschieht meist einseitig. Nicht immer bemerken Betroffene die Symptome unmittelbar, da das andere Auge die eingeschränkten Funktionen automatisch ausgleicht.

Da ein Augeninfarkt nicht mit gravierenden Schmerzen einhergeht, kommt es häufig vor, dass er gar nicht oder erst sehr spät bemerkt wird. Durch die ausgleichende Funktion des zweiten Auges kann der Verlust der Sehkraft des betroffenen Auges eine Zeit lang kompensiert werden und wird vorerst nicht bemerkt. Deshalb ist es im Nachhinein oft schwer festzustellen, wann die ersten Symptome eines Sehsturzes aufgetreten sind. Bei einem Verdacht eines Augeninfarktes sollte auf jeden Fall direkt ein Arzt hinzugezogen werden, der zudem andere Krankheiten ausschliessen kann, die Sehstörungen hervorrufen können. Dazu zählen beispielsweise Schlaganfälle, Autoimmunkrankheiten, Migräne oder verschiedene Netzhautbeschädigungen.

Konnte bei einer betroffenen Person ein Augeninfarkt nachgewiesen werden, muss sie zur Vorbeugung auf weitere Gefässverschlüsse dauerhaft Medikamente einnehmen. Je nach Art des Gefässverschlusses sind weitere Abklärungen notwendig. So kann mit einer korrekten Therapie das Risiko für ausgedehntere Gefässverschlüsse, wie beispielsweie bei einem Hirnschlag, gesenkt werden.

Katja Hackmann

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